Besonderheiten beim Kleben von Polyamid

Das Kleben von hochfesten Kunststoffen mit geringer Dichte gewinnt derzeit im Leichtbau zunehmend an Bedeutung.

Eigenschaften und Anwendungsbereiche von Polyamid

Zugfeste Fasern für Fallschirme, Angelschnüre, Hochsee-Schlepper-Trosse als auch stark beanspruchte Maschinenbauteile wie Zahnräder, Gleitlager, Laufrollen, Motorabdeckungen, Ölwannen, Kraftstoffleitungen werden auf einfache Weise aus Polyamiden gefertigt. Das breite Anwendungsspektrum dieser beständigen Polymere beruht auf deren physikalischen und chemischen Eigenschaften. Aufgrund der teilkristallinen Struktur sind Polyamide hochfest und gleichzeitig schlagzäh. Außerdem besitzen diese Kunststoffe vergleichsweise gute Gleiteigenschaften und einen hohen Verschleißwiderstand. Die mechanischen Eigenschaften lassen sich durch das Einbetten von Glas- oder Carbonfasern auf das gewünschte Maß hin modifizieren. Auch bei dauerhaft höheren Temperaturen zeigen diese Werkstoffe keine signifikanten Änderungen in ihren mechanischen Eigenschaften, da die Schmelzbereiche je nach Art des Polyamids erst bei ca. 200 °C bis 260 °C beginnen. Des Weiteren zeichnen sich Polyamide wie beispielsweise PA 6.6 bzw. PA 12 und glasfaserverstärkte Polyamide (vgl. PA 6 GF 15: Polyamid 6 mit Glasfaseranteil von 15 %) durch eine hohe Lösemittel- und Chemikalienbeständigkeit aus. Diese an und für sich bemerkenswerte Eigenschaft führt jedoch dazu, dass Polyamide generell nicht auf einfache Art und Weise zu kleben sind.

 

Kleben von Polyamid

Hohe Verbundfestigkeiten der Polyamide erfordern den Einsatz von speziellen Vorbehandlungsmethoden und eigens dafür entwickelte, reaktive Klebstoffe. Der Primer technicoll® 9603-1 dient als Haftvermittler und wird in einer möglichst dünnen Schicht auf die gereinigten und gegebenenfalls angerauten Oberflächen der Polyamide aufgetragen. Nach einer bestimmten Einwirkzeit des Primers kann die Klebung der Bauteile vorgenommen werden. Allerdings muss der Klebstoff auf die so modifizierte Oberfläche der Werkstoffe abgestimmt sein. Als besonders geeignet haben sich die technicoll® 9411 und technicoll® 9431 erwiesen. technicoll® 9411 ist ein schwarzer, standfester und schlagzäh aushärtender reaktiver Klebstoff, der Fugen von bis zu 10 mm füllen kann. Dieses Methylmethacrylat besitzt eine Topfzeit von sechs Minuten und eine erste Handlingsfestigkeit nach ca. 20 Minuten. Sollte eine längere Verarbeitungszeit notwendig sein, so kann beispielsweise auf den zweikomponentigen PUR Klebstoff technicoll® 9431 zurückgegriffen werden. Klebfestigkeiten von PA 6.6, PA 12, konnten durch die Verwendung des Primers technicoll® 9603-1 um bis zu 50 % auf Werte bis zu 11 N/mm2 erhöht werden. Die Bestimmung der Zugscherfestigkeiten erfolgte in Anlehnung an DIN 1465.

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technicoll® Kontaktklebstoffe

Kontaktkleber gibt es auf Lösemittel- oder Wasserbasis. Mit Kontaktklebern können großflächige Materialien effizient miteinander verbunden werden. Sie sind geeignet für das Kleben von verschiedensten Materialien.

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