Allgemeine Hinweise zum Thema Kleben

Konstruktive/strukturelle Klebungen:

Metalle, Kunststoffe, Hölzer usw. benötigen hochfeste Kleb­stoffe. Hier haben sich Produkte auf Rohstoffbasis Epoxidharz, Polyurethan und Methylmethacrylat (MMA) bewährt. Diese werden überwiegend als 2-Komponenten-Klebstoffe angeboten. Bei thermoplastischen Kunststoffen kommen bevorzugt anlösende Klebelacke zum Einsatz.

1-Komponenten-PUR Klebstoffe:

Bei 1-Komponenten-PUR Klebstoffen sowie Klebe/Dicht­massen sind die Härterkomponenten bereits integriert. Der Härteprozess erfolgt mittels Feuchtigkeit aus den Materialien, der Umgebungsluft oder zugesprühtem Wasser. Je nach System können diese Produkte im ausgehärteten/vernetzten Zustand entweder hart, sprödhart, zähelastisch oder, bei Klebe/Dichtmassen, dauerelastisch sein.

Hinweis:

Beim Härteprozess wird Wärme freigesetzt. Diese Wärme kann auffällig spürbar sein. Bei einem Mischbehälter in der Hand wird eine wahrnehmbare Wärmeentwicklung gespürt.Je größer das Mischvolumen, desto höher ist die Wärme­entwicklung und kürzer die Topfzeit (Verarbeitungszeit). Diese Wärme wird bei der Verteilung des Klebstoffes auf den Werkstoff von diesem wieder abgeführt.

Beispiel:

2-Komponenten-Klebstoffe/Reaktionsklebstoffe:

Diese Klebstoffe härten/vernetzen durch eine chemische Reaktion der beiden einzelnen Komponenten. Bei der Verarbeitung ist auf eine exakte Dosierung der Mengenanteile (Angaben in Gewichtsteilen oder Volumenteilen) und eine sorgfältige homogene Vermischung zu achten. Sobald die Komponenten miteinander vermischt werden, beginnt die chemische Reaktion. Die Reaktionsgeschwindigkeit wird durch die Rezeptur bestimmt. Der Zeitraum, der eine Verarbeitung zulässt, kann zwischen wenigen Minuten und bis zu 90 Minuten liegen. Dieser Zeitraum wird Topfzeit genannt. In Abhängigkeit zur Topfzeit steht die Mindesthärtezeit, bis die geklebten Teile weiter bearbeitet oder genutzt werden können. Je nach Rezeptur härten/vernetzen diese Klebstoffe zu harten, sprödharten oder schlagzähen Klebefugen aus. Bei 2-Komponenten-Klebstoffen werden häufig nur Teil­mengen eines Gebindes benötigt. Diese können natürlich entnommen und mittels Waage genau dosiert werden. Bei Anwendungen, bei denen nur wenige Prozentanteile eines Härters/Vernetzers zuzugeben sind, ist es ratsam, mit einer Dosierpipette zu arbeiten. Erst wenn sich diese Substanzen komplett verflüchtigt haben, ist innerhalb der sog. Offenen Zeit eine Klebung möglich. Dies erfolgt mittels kurzem, kräftigem Zusammendrücken der Werkstoffe (optimal sind kräftige Schläge). Nach Überschreiten der Offenen Zeit verbinden sich die trockenen Klebstoffschichten nicht mehr (bei einzelnen Typen ist hier ein Wärmeaktivierungsverfahren möglich). Eine Klebung Nass in Nass sowie eine längerzeitige Verpressung sind hier nicht angeraten.

Hinweis:

In lösemittelfreien 2-­Komponenten­-Klebstoffen sind keine flüchtigen Substanzen enthalten, d. h. Anbruchgebinde können gut verschlossen bis zum angegebenen Verfallzeitpunkt wei­terhin gelagert werden. Produkte in Doppelkammerkartuschen lassen sich nach und nach bedarfsweise entnehmen.

• Ein aufgeschraubtes Mischrohr sollte bis zur nächsten Nutzung verbleiben und nicht entfernt werden!

• Erst bei Neubeginn der Arbeit ein neues Mischrohr aufsetzen.

Beispiel:

Die beiden Komponenten vermischen sich im statischen Mischrohr (hier gut sichtbar).

Flexible Werkstoffe/Materialien:

wie z.B. Textilien, Leder, Folien, benötigen flexible Klebstoffe – meist auf Basis Polychloroprene (CR) und Polyurethan (PUR). Bevorzugt kommen Kontaktklebstoffe zum Einsatz.

Kontaktklebung:

Die Gruppe der Kontaktklebstoffe ist eine sehr umfang­reiche und bedeutende. Das Wirkungsprinzip besteht darin, dass beide Werkstoffoberflächen mit einem flüssigen Klebstoff versehen werden. Überwiegend kommen hier löse­mittelhaltige Produkte zum Einsatz. Diese sind so aufgebaut, dass sie nach Aufbringen der Klebstoffe ihre flüssigen Substanzen (Lösemittel oder Wasser) an die Umgebungsluft, teilweise auch an den Werkstoff, abgeben.

Beispiel:

Fingertest:

Klebstoff noch nicht trocken – noch keine Kontaktklebung möglich.

Vorteil einer Kontaktklebung:

Sofort nach dem Fügen der Werkstoffe ist die Verbindung soweit fest, dass die Teile weiter bearbeitet bzw. genutzt werden können. Beliebter Einsatzbereich ist überall dort, wo eine sofortige Anfangsfestigkeit benötigt wird, sowie an senkrechten Flächen oder über Kopf. In der Regel sind die trockenen Klebstofffilme bei Kontaktklebstoffen flexibel und eignen sich somit für flexible, weiche Werkstoffe.